Vom Technologiethema zum Wirtschaftsfaktor: Space Economy

Foto: v.l.n.r. Carmen Dahl. Hubert Büchel, Dr. Bianca Lins; Credit: Silvia Abderhalden / exclusiv.li
Beim Liechtensteiner Presseclub (LPC) durfte ich ein Gespräch mit Regierungsrat Hubert Büchel und Bianca Lins (Amt für Kommunikation) zur Zukunft der Space Economy moderieren. Im Zentrum stand die Frage, welche wirtschaftlichen Chancen sich für Liechtenstein aus der Entwicklung im Weltraum ergeben.
Zwei Satelliten im Orbit und gesicherte Frequenzrechte: Liechtenstein ist im Weltraum angekommen – nicht als Raumfahrtnation, sondern als Teil eines neuen wirtschaftlichen Ökosystems. Beim Anlass des Liechtensteiner Presseclubs (LPC) machten Regierungsrat Hubert Büchel und Bianca Lins, Leiterin Fachbereich Weltraum beim Amt für Kommunikation, deutlich, dass es dabei vor allem um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts geht.
Grundlage ist ein strategischer Vorteil: Bereits 2014 sicherte sich Liechtenstein Frequenzen bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU). Anfang 2026 wurden diese mit dem Start zweier Satelliten erfolgreich aktiviert. Nun folgt der nächste Schritt: der Aufbau eines funktionierenden Netzwerks.
Für Liechtenstein liegt der Fokus klar auf wirtschaftlichen Chancen. «Der Weltraum ist zum Innovationsmotor geworden», sagte Lins. Immer mehr Branchen – von Industrie über Datenwirtschaft bis hin zur Biotechnologie – profitieren von satellitenbasierten Anwendungen. Entscheidend seien dabei sogenannte «Spin-ins»: bestehende Technologien, die sich im Weltraum nutzen lassen.
Auch Büchel sieht darin Potenzial für neue Geschäftsfelder und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Ziel sei ein «grössenverträgliches» Ökosystem, das an die Stärken der heimischen Wirtschaft anknüpft. Mit wachsender internationaler Sichtbarkeit eröffne sich für Liechtenstein die Chance, sich gezielt in einer globalen Nische zu positionieren.
Klar ist jedoch: Der Wettbewerb ist intensiv und der Zeitplan ambitioniert. Umso wichtiger sei es, die aktuellen Entwicklungen aktiv zu nutzen. Oder, wie Lins es formulierte: «Der Moment, um Wirtschaft und Forschung stärker mit diesen Zukunftsfeldern zu verknüpfen, ist jetzt.»